09.07.2018 • 8 Minuten Lesezeit

Sneak Peek ins Ergosign-IoT-Lab

Projekte, Prototypen und Lösungen zum Anfassen

Szenarien, Konzepte und User Experience nicht nur digital gestalten, sondern durch haptische Prototypen bereits während des Designprozesses validieren — das ist die Kernidee unseres IoT-Labs in Saarbrücken.

Der Name „IoT-Lab“ ist weit gefasst und repräsentiert die große Bandbreite an Möglichkeiten, die uns hier zur Verfügung stehen. IoT steht für „Internet of Things“, das „Internet der Dinge“ und bezeichnet die intelligente Vernetzung und Kommunikation von Geräten untereinander. Auch spielt die Interaktion mit und die Unterstützung von Menschen in ihrem Alltag eine essentielle Rolle.

Unser Ergosign-IoT-Lab schafft für unsere Mitarbeiter kreativen Raum in gleich drei wichtigen Bereichen:

An erster Stelle steht die Erstellung haptischer Prototypen. Mit dem Lab bieten wir für unsere Kundenprojekte die Möglichkeit, wichtige Hardware- und Bedienelemente, wie beispielsweise Schalter, physisch zu realisieren und direkt mit den von uns entworfenen User Interfaces zu verbinden. So erhalten wir bereits in frühen Projektphasen konkretes und nachvollziehbares Feedback zur Interaktion zwischen der Hardware und unserem Design, das wir direkt in die Optimierung unserer Interfaces einfließen lassen können. Prototypen und Elemente, die wir mithilfe unterschiedlichster Sensoren, Hardware und eines 3D-Druckers in unserem Lab herstellen, dienen uns im weiteren Projektverlauf insbesondere auch als realitätsnahe Eingabegeräte bei Usability Evaluationen.

Durch die Möglichkeit, haptische Prototypen modellieren und eigenhändig herstellen zu können, bietet unser Lab die Grundlage zur Vernetzung ebendieser und bildet somit das Eintrittstor in die dynamische Welt der IoT-Forschung. Mit dem Wissen und den Erfahrungen, die unsere Mitarbeiter im Lab sammeln, vertiefen sie ihr Know-how über die effiziente Konzeption der Kommunikation zwischen Hardwareelementen — wovon nicht nur sie selbst, sondern auch unsere Kunden profitieren.

Neben diesen projekt- und praxisorientierten Möglichkeiten, lebt unser IoT-Lab von den Innovationen, Ideen und der Kreativität der Köpfe, die darin tüfteln, basteln und ausprobieren. Unseren Teammitgliedern bietet sich hier ein Freiraum, in dem sie sich kreativ austoben und ihren Visionen nicht nur freien Lauf lassen, sondern diese auch in die Tat umsetzen können, um neuartige Lösungen für alltäglich auftretende Probleme zu schaffen. So entstand auch das erste interne Ergosign-IoT-Projekt: vernetzte Meetingraumdisplays.

Unser erstes Projekt: vernetzte Meetingraumdisplays

Mit dem Bezug unseres neuen Gebäudes in Saarbrücken gehen auch viele weitere räumliche Veränderungen einher. Eine Herausforderung, die durch die deutliche Vergrößerung noch präsenter wird, ist die transparente Organisation unserer zahlreichen Kreativ- und Meetingräume. Designer und Developer arbeiteten bei der Entwicklung einer praktikablen Lösung intensiv zusammen.


Das Szenario

Oberste Priorität bei der Raumbuchung ist es, eine Übersicht zur Verfügbarkeit von Räumen zu schaffen und eine effiziente, transparente Buchungsmöglichkeit zu gewährleisten. Diese Übersicht muss sowohl global als auch vor Ort, sprich in bzw. vor einem Meetingraum selbst, aktualisiert werden können. Beim Einwurf eines Lösungskonzeptes haben wir die folgenden Herausforderungen identifiziert:


IoT-Lab: Prototyp Meeting-Display

Die Lösung des Problems: neben unserem aktuellen, globalen Kalendersystem, bei dem jeder Mitarbeiter über seinen Mac die Auslastung aller Räume einsehen kann, haben wir an jedem Meetingraum jeweils ein Touchdisplay angebracht. Über das Display kann die Auslastung und verbleibende freie Zeit des jeweiligen Raums eingesehen, der Raum direkt reserviert, ein Alternativraum geblockt und der gebuchte Raum nach einem Meeting direkt wieder freigegeben werden.

Alle Displays sind jeweils mit einem Raspberry Pi ausgestattet und mit dem WLAN unseres Gebäudes verbunden. Die Stromversorgung erfolgt über USB-Steckdosen.
Um den Displays ein Erscheinungsbild geben, das sich nahtlos in den Stil unseres neuen Gebäudes einfügt, produzierten wir mit unserem 3D-Drucker im IoT-Lab maßgefertigte Gehäuse, die gleichzeitig auch Platz für die Raspberry Pis bieten.

Unsere Meetingraumdisplays
Eines unserer Meetingraumdisplays. Status: der Raum ist länger als 30 Minuten verfügbar

Jeder Raspberry Pi ist mit einem Synchronisationsdienst auf einem unserer hauseigenen Server verbunden, welcher mit unserem globalen Kalendersystem kommuniziert. Da die Aktualisierung der Kalenderübersicht auf den Displays sowie den Kalendern in kürzesten Zeitabständen erfolgt, wird ein Raum, sobald er über ein Display oder einen PC gebucht wird, nicht nur im globalen Kalender blockiert, sondern auch auf allen anderen Displays als besetzt angezeigt. Er wird dann beispielsweise bei einem neuen, zeitgleichen Termin nicht mehr als Alternativraum vorgeschlagen.

Die Interface-Design-Challenge

Natürlich ließen wir es uns nicht nehmen, das Design der Interfaces der neuen Displays selbst zu entwerfen. Die Aufgabe eignete sich perfekt für unsere „Pixel Warriors“-Contests, die unsere Field Leads Visual Design Nina Meier und Sascha Straß ins Leben gerufen haben.

Die Resonanz der Challenge war überwältigend. Unter zahlreichen überzeugenden Entwürfen hat sich die Idee zwei unserer Saarbrücker UX Designer durchgesetzt: Anna Polzin und Bento Orlando Haridas.

Visual Design von Anna Polzin und Bento Orlando Haridas
Visual Design von Anna Polzin und Bento Orlando Haridas

Neben den übersichtlichen Lösungen aller genannten Anforderungen besticht das Design durch weitere Finessen. So ist der aktuelle Status eines Meetingraumes durch plakative Statusfarben auch von weitem erkennbar — unnötige Laufwege auf der Suche nach einem freien Raum bleiben erspart.
Bei jedem Termin wird im Display mindestens ein Organisator angezeigt, wodurch schnell klar ist, wer der richtige Ansprechpartner für eventuelle Absprachen und Raumwechsel ist.
Die gezielten, aufeinander abgestimmten Animationen führen sinnvoll durch den Buchungsprozess und sind achtsam eingesetzt, um keine visuelle Unruhe entstehen zu lassen.

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Das nächste Projekt: die 'Meeting-Sanduhr'

Die nächste Idee steht bereits in den Startlöchern! Zur flexiblen Gestaltung der Buchung eines Raumes und zur Vermeidung von zeitlichen Überlappungen entwickelt ein kleines Team aus Designern und Entwicklern ein neuartiges Device: eine Meeting-Sanduhr

Die „Sanduhr“ verfügt über einen ESP8266-Mikrocontroller, neun LED-Strips und einen inneren Ring. Das Gehäuse sowie der innere Ring, der zur Befestigung der LED-Strips dient, entstehen in unserem 3D-Drucker; die Verkabelung und den Zusammenbau übernehmen unsere Kollegen eigenhändig.

Work in progress: Die 'Sanduhr' während des Drucks
Work in progress: Die 'Sanduhr' während des Drucks

Die neun durchsichtigen Ringe, die durch die LED-Strips im Innern des Gehäuses beleuchtet werden, symbolisieren die noch verbleibenden Zeitspanne, für die der Raum geblockt ist — jeder Ring steht im Normalfall für 15 Minuten. Wie bei einer klassischen Sanduhr läuft die Zeit ab: nach jeweils 15 Minuten erlischt ein Ring im oberen Teil; dafür leuchtet ein Ring im unteren Teil auf. In den letzten fünf Minuten des Meetings ändert sich außerdem die Farbe der Ringe und ein „Countdown“ wird symbolisiert. Jetzt symbolisiert ein Ring jeweils eine verbleibende Minute. Sind die letzten fünf Ringe erloschen, ist die Meetingzeit vorbei.

Neben dem visuellen Feedback über die verbleibende Zeit eines Meetings, kann über die Sanduhr die Buchung des Raumes verlängert werden — sofern der Raum nicht bereits durch ein Folgemeeting blockiert ist. Die Verlängerung der Buchung ist zunächst über einfaches Antippen der Uhr möglich. Um die Interaktion einfach und intuitiv zu gestalten ist der Verlängerungszeitraum vordefiniert.

Über den Mikrocontroller kommuniziert die Uhr mit den Meetingdisplays sowie dem globalen Kalendersystem, sodass alle Kalender zu jeder Zeit aktuell gehalten werden.

Um das Mentale Modell einer Sanduhr noch realitätsnaher nachzuempfinden, ist außerdem die Reduktion der Interaktionen auf eine Geste — das Herumdrehen der Sanduhr — denkbar.
Hinter dieser Variante steht ein deutlich komplexeres Interaktions- und Feedbackkonzept, an dem unsere Kollegen im Lab bereits tüfteln.

Mit ihrem subtilen optischen Feedback gibt die Uhr schnell Rückmeldung über die aktuelle Buchungssituation des Meetingraumes, ohne bei einem Meeting zu stören. Durch die einfache Touch-Geste zur Verlängerung der Buchung ist der Vorgang minimal invasiv und stört so unsere Designer und Developer nicht während ihrer kreativen Prozesse.

Aktuell entsteht ein erster Prototyp der digitalen Sanduhr, der bald getestet werden kann.

Wir sind nicht nur gespannt auf das Endergebnis, sondern freuen uns auf alle kommenden Projekte, die wir in unserem Lab umsetzen werden!

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