Remote Work bei Ergosign
Christine Gottlieb Sandra Engel

Remote Work: Wie geht es euch dabei?

Christine Gottlieb
Head of Corporate Communication

Sandra Engel
Senior Communication Manager, Leadmanagement Expert

09.04.2020 • 5 Minuten Lesezeit

Home Office, Remote Work, Telearbeit — die oft synonym verwendeten Begriffe sind gegenwärtig in aller Munde. Genauso zahlreich sind zudem die Artikel, die sich damit befassen, wie das Arbeiten außerhalb des Büros effizient gestaltet und strukturiert werden kann.
Auch wenn bei Ergosign das Arbeiten schon länger nicht mehr zwingend an unsere Offices gekoppelt ist, sind die aktuellen Beschränkungen, die das Arbeiten von zu Hause alternativlos machen, neu für uns.
Wir haben uns gefragt, wie es unseren Kolleginnen und Kollegen ergeht. Was lernen sie über sich und ihre Arbeit? Wie vereinen sie Arbeits- und Familienzeit? Worauf achten sie persönlich? In sieben Kurzinterviews erhielten wir spannende und ehrliche Einblicke.

"Die Situation stärkt uns als Menschen und als Team. Auf das richtige Mindset kommt es an."

Susann Maßlau

Susann Maßlau Senior UX Designer

„Natürlich ist nicht alles einfach. Unsere Kunden sind verunsichert und wir sehen entsprechende Planänderungen. Beim Blick in die Zukunft wissen wir noch nicht, was uns erwartet. Mit dieser Unsicherheit müssen wir lernen umzugehen.

Trotz allem bin ich optimistisch. Zum einen schätze ich die transparente Kommunikation durch unseren Standortleiter und die Geschäftsführung. Und zum anderen bin ich dankbar, dass ich persönlich in einer Situation bin, die es mir erlaubt, die aktuelle Situation auch als Chance zu sehen. Sie bietet mir die Möglichkeit, neue Dinge, sowohl beruflich als auch privat, auszuprobieren und zwingt mich aus meiner Komfortzone. Das ist natürlich nicht immer nur angenehm, lässt mich aber daran wachsen.

Was auch anders ist: Unsere Kommunikation am Standort findet inzwischen ausschließlich virtuell statt. Wir treffen uns aber nicht nur für interne Absprachen und Projekt-Sparrings, sondern zum Beispiel auch zum gemeinsamen (freiwilligen) Remote-Mittagessen. So bleiben wir auch weiterhin als Team gut in Kontakt und gewinnen zum Teil auch ganz neue Einblicke voneinander. “

"Die Lösung der aktuellen Herausforderungen bietet für uns nachhaltige Chancen."

Marcus Plach

Marcus Plach Managing Director

„Als Geschäftsleitung sehen wir uns, genau wie unser Team, mit neuen Herausforderungen konfrontiert. Auch wenn Ergosign das Glück hat, weiter professionell arbeiten zu können, beurteilen wir die aktuelle Umstellung realistisch, d. h. sowohl risiken- als auch chancenorientiert.
Wir bemerken, dass sich die Kommunikation intern, aber auch mit unseren Kunden verändert: dadurch, dass Vor-Ort-Termine durch Videocalls, Telefonate und Mails ersetzt werden müssen, findet Kommunikation etwas zeitverzögert statt. Wichtige nonverbale Signale, wie Mimik und Gestik, können in diesem Setting verloren gehen.

Andererseits bin ich der Meinung, dass sich diese Situation auf zahlreiche Aspekte positiv auswirken wird, denn unsere Teams lernen gerade in kürzester Zeit Unmengen dazu und passen sich schnell an. Wir sprechen über Bereiche wie die persönliche und professionelle Organisation, zahlreiche Veränderungen in laufenden Projekten, den Umgang mit einem besonderen gesellschaftlichen Zustand oder auch herausfordernde private und zwischenmenschliche Situationen.

Mit Blick auf die Zukunft erwarten wir den größten Wandel in der Arbeit mit unseren Kunden: Der Remote-Einsatz kollaborativer Tools und die Durchführung von Workshops und Terminen, bei denen die Teilnehmer verteilt sind, wird durch die aktuelle Umstellung selbstverständlicher. Ich bin sicher, dass wir hiervon alle profitieren.“

"Als Teamleiter lerne ich die Persönlichkeiten und Fähigkeiten meiner Teammitglieder so noch besser kennen."

Al Briggs

Al Briggs UX Software Engineering Director, Team Manager

„Da ich mein Team nicht mehr jeden Tag physisch sehen kann, ist es jetzt noch wichtiger, viel miteinander zu sprechen. Nicht nur auf Projektebene, um uns über den aktuellen Stand zu informieren, sondern auch darüber, wie es jedem Einzelnen geht und wie jede und jeder mit dem Arbeiten zu Hause zurechtkommt. Dafür haben wir eine Team-Introspektive organisiert — natürlich remote — in der alle Teammitglieder die Möglichkeit hatten, über Stärken und Schwächen, die neue Arbeitssituation, aber auch die persönlichen Auswirkungen zu sprechen.

Mir bot sich dadurch die Möglichkeit, mein Team noch besser kennenzulernen und mein Gefühl dafür zu verfeinern, wer am besten zusammenarbeiten kann. Außerdem bekomme ich neue Einsichten darüber, was mein Team braucht, damit wir auch remote angenehm, stressfrei und unkompliziert zusammenarbeiten können.“

"Trotz intensiver Kommunikation müssen wir bestimmte Grenzen respektieren."

Sebastian Scholz

Sebastian Scholz Head of Site Munich & Head of People & Talent

„Wir nutzen für den Remote-Fall vorwiegend drei Kommunikationsmittel: Mattermost zur Abstimmung zwischen allen Kolleginnen und Kollegen, aber auch den Units und Teams, Videoanrufe für den persönlicheren, etwas längeren Austausch in unseren Teams und Lunch & Learns (wöchentliche, standortübergreifende Remote Meetings), um Informationen unternehmensweit zu verbreiten.

Videocalls nehmen gerade jetzt eine besonders große Rolle ein, da sie auch nonverbale Signale leichter erkennen lassen, die per Telefon nicht übertragen werden. Ich bekomme hierdurch ein besseres Gespür dafür, ob es einem Teammitglied eher besser oder schlechter geht.

So vorteilhaft dies ist, sollten wir gerade jetzt darauf achten, persönliche Schutzräume zu respektieren und keinen Druck aufzubauen. Nicht jeder möchte jeden Mittag mit seinem Team im Videocall essen oder bei jedem Gespräch seine Kamera einschalten. Und das ist völlig okay!

Bei vielen wird außerdem der Alltag dadurch bestimmt, dass sie, neben der Arbeit zuhause, auch ihre Kinder betreuen müssen. Sensibilität, Empathie und Respekt sind gerade wichtiger denn je. Dieser Herausforderung stehen nicht nur unsere Teammanager, sondern jeder einzelne gegenüber. Wir lernen uns jetzt alle ein Stück weit neu, auf einer anderen Ebene und hoffentlich noch besser kennen.“

"Planung, Fokus und positives Denken halten uns jetzt mental gesund."

Nina Meier

Nina Meier Lead UX Designer, Field Lead Visual Design

„Die Situation, jeden Tag zu Hause zu arbeiten und generell den größten Teil unserer Zeit zu Hause zu verbringen, ist für uns alle neu und wir müssen uns darauf einlassen. Dabei können sich Gewohnheiten einstellen, die sehr ungesund sind: Mir ist es zu Beginn passiert, dass ich den Drang hatte, mehr zu arbeiten und zu zeigen, dass ich auch zu Hause effizient bin. Doch dies, kombiniert mit der Idee, täglich von früh bis spät erreichbar und informiert sein zu müssen, schadet uns nur.

Es hilft, sich bewusst zu machen, wo unsere Grenzen sind. Denn wir können nicht alles kontrollieren. Oder von unserer Wohnung aus die Welt retten. Wir haben gerade nur ein begrenztes Umfeld, in dem wir uns bewegen und wirken können. Doch das muss keinesfalls negativ sein! Denn es gibt uns die Möglichkeit, uns auf die bewusste Gestaltung unseres Alltags und unseres Arbeitstages zu konzentrieren. Wir können Dinge angehen, für die bisher die Zeit gefehlt hat und unsere Tage so, wie es für uns stimmt, einteilen. Dies gilt für den zeitlichen und den räumlichen Aspekt.

Ich habe beispielsweise gemerkt, dass ich zu Hause meine Kreativität bewusst fördern kann! Ich bin nicht an meinen Schreibtisch gebunden, sondern kann den Platz, von dem ich arbeite, noch freier und entspannter wechseln.
Außerdem kann ich meinen Tag und meine Energie besser in Einklang bringen: raucht mir nach einem Remote Workshop der Kopf, kann ich zu Hause eine längere Pause einlegen, um auf andere Gedanken zu kommen und Kraft zu schöpfen. Danach kann ich voller Energie die nächste Aufgabe anpacken.

Dies ist eine Freiheit, die ich bewusst wahrnehme. Ich trenne Arbeit und Freizeit, was aber nicht bedeutet, dass die Arbeit in einem achtstündigen Block stattfinden muss.

Wenn wir uns darauf konzentrieren, unseren Tag bewusst zu nutzen, die Freiheiten und Sicherheiten, die wir haben, zu genießen und dankbar für die Möglichkeiten sind, die wir haben, werden wir als (kreative) Menschen aus dieser Zeit sehr viel lernen können.“

"Wir arbeiten remote genau wie davor. Und doch anders."

Timo Mußler

Timo Mußler Head of System Administration

„Ein Trainee, ein Mitarbeiter mit Kleinkind, dessen Kita geschlossen wurde, ein anderer mit Baby und ein Mitarbeiter, der schon einige Jahre bei uns arbeitet: Unterschiedlicher könnten die teaminternen Arbeitsumstände und die Erfahrung bei Ergosign fast nicht sein.
Doch obwohl besonders Kinder, die betreut werden müssen, unseren Alltag maßgeblich bestimmen, arbeiten wir alle gemeinsam — genau wie im Büro.
Dafür haben wir einen einfachen Trick: Wir haben einen festen Videocall ins Leben gerufen, in dem sich mein Team den ganzen Tag über sehen und austauschen kann. Wenn ein Kollege außerhalb des Teams eine technische Frage oder ein Problem hat, kommt er oder sie einfach zu unserem Videocall dazu.

So ist für unsere Kollegen immer jemand erreichbar und kann weiterhelfen, auch wenn bei anderen gerade die Kinderbetreuung Zeit beansprucht. Außerdem wächst die Transparenz: jeder erkennt, wie ein anderer ein Problem bearbeitet und löst. So lernen meine eher neuen Teammitglieder in kurzer Zeit extrem viel dazu. Außerdem bekommen wir durch diese Organisation alle unser Familienleben und unsere Arbeitszeit unter einen Hut.“

"Das Denken verlässt die Silos und ändert seine gewohnten Wege."

Christian Lenz

Christian Lenz Principal UX Designer & Solution Manager Service Design

„Die Situation, wie wir sie gerade jetzt durchleben, ist einzigartig. Sie konfrontiert uns mit neuen Problemen und Herausforderungen und bietet uns die Möglichkeit, über uns hinauszuwachsen. Denn gerade jetzt müssen wir mehr Rücksicht nehmen, uns mehr in unsere Kollegen hineinversetzen, an Bedürfnisse und persönliche Umstände denken.

Dadurch werden wir flexibler, selbstständiger, kreativer und brechen unsere gewohnten Denkmuster auf. Service Design-Projekte werden dadurch verändert: wir werden weniger Zeit brauchen, um das Eis zwischen Abteilungen (und ihren Silos) zu brechen und können als Enabler mit unseren Kunden schneller in die lösungsorientierte Projektarbeit einsteigen.

In den Fokus unserer Aufmerksamkeit rückt außerdem alles Menschliche in noch stärkerem Maße. Führungskräfte glänzen, wenn sie transparent und nachvollziehbar kommunizieren, Unternehmen und Marken, die sich an der Bekämpfung der aktuellen Situation beteiligen, werden positiv wahrgenommen. Unsere zwischenmenschliche Kommunikation verlagert sich ins Digitale. Genau wie der Bedarf an Services, die vorher auf Papier und Formulare angewiesen waren. Die Notwendigkeit digitaler Dienste ist mittlerweile unumstritten.“

Fazit: Wie geht es den Teams?

Obwohl die Umstände, denen wir entgegentreten, umfassend und zum Teil einschneidend sind, geht es unseren Teams gut. In digital fokussierten Unternehmen wie dem unseren haben wir die Möglichkeit, der Situation mit einem offenen, positiven Mindset entgegenzutreten und jeden Tag aufs Neue mehr über unsere Arbeit, das Umfeld und uns als Menschen, Designer, Software Engineers, Teamleiter oder System-Administratoren zu lernen.

Update: Seit den Lockerungen Anfang Mai in jeweils Deutschland und der Schweiz haben unsere Kollegen und Kolleginnen neben dem bis dahin verpflichtenden Home Office wieder die Möglichkeit in den Offices zu arbeiten. Dafür stellt Ergosign die Sicherheitsmaßnahmen vor Ort sicher und sorgt für die Einhaltung aller Regelungen. In diesem Zuge entstanden die sog. „Community Rules", das Community Icon Set und die xDesk App.



Hinweis: Dieser Artikel entstand im Rahmen der Maßnahmen, die bundes- und europaweit als Reaktion auf die Ausbreitung des Virus SARS-CoV2 getroffen wurden. Alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von Ergosign und Ergosign Switzerland befinden sich seit dem 12. März 2020 und bis auf Weiteres im Home Office.

Let's shape the future together! Kommen Sie in unsere Offices in Deutschland und der Schweiz, um gemeinsam innovativ zu sein.

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