Nur durch ein ganzheitliches Verständnis der Nutzeranforderungen kann ein Optimum an Unterstützung und Benutzerfreundlichkeit erreicht werden. Kontextuelle Analyse, Surveys und Personas sowie Anwendungsszenarien und Cardsorting bieten hierfür die methodische Grundlage.
Die klassische Anforderungsanalyse ist durch fachlich-funktionale Aspekte getrieben und abstrahiert häufig von den Randbedingungen, unter denen Anwender mit technischen Systemen interagieren. Hierzu gehören unter anderem die physische Umgebung, der Bildungsstand und Expertisegrad der Anwender, sowie sozio-emotionale Faktoren und organisationale Rahmenbedingungen.
Das Ziel der Kontextuellen Analyse ist es, funktionale Anforderungen um diese Aspekte zu ergänzen und konkrete Usability-Anforderungen aus der Analyse kohärenter Arbeitsziele und der Bedingungen, unter denen Anwender Aufgaben bearbeiten, abzuleiten.
Bei der Kontextuellen Analyse handelt es sich um eine Form der Feldstudie. Unsere vielfach erprobte Vorgehensweise basiert auf iterativen, semi-strukturierten Interviews und Beobachtungen im realen Arbeitskontext der Anwender. Diese User Research-Methode erlaubt es uns, auch an implizites Wissen "heranzukommen". Die Kontextuelle Analyse liefert darüber hinaus wertvolle Informationen über Engpässe bei Arbeitsausführung, Workarounds, den Umgang mit Fehlern und organisationsspezifische Anforderungen.
SurveysNeben Feldstudien ist es oftmals auch sinnvoll, Befragungen (online) mit einer größeren Anzahl von prospektiven Benutzern durchzuführen. Diese Methode empfiehlt sich insbesondere, wenn es darum geht, erste Anhaltspunkte und subjektive Einschätzungen für eine Optimierung zu erhalten. ERGOSIGN greift bei der Durchführung auf sehr große und professionell gemanagte Panels zurück, die auch bei spezifischen Fragestellungen genügend hohe Rücklaufquoten erbringen. |
Aus den Ergebnissen von Kontextanalyse und Survey können unter anderem auch die wesentlichen Personas abgeleitet werden. Eine Persona beschreibt dabei möglichst konkret die prototypischen Anwendereigenschaften, -ziele und -aufgaben.
Für jede Persona wird anschließend ein Set an Anforderungen in verschiedenen Auflösungsgraden definiert, priorisiert und sukzessive verfeinert. Dabei fungieren die übergeordneten UX-Ziele Effektivität, Effizienz und Emotion als primäre Bewertungskriterien.
Abstrakte Anforderungen werden in konkrete Anwendungsszenarien überführt, die einen spezifischen Nutzungspfad im System beschreiben: Im ERP-Kontext zum Beispiel das Suchen, Finalisieren und Abschicken einer Order.
Szenarien haben somit den entscheidenden Vorteil, sich an übergreifenden Zielen des Anwenders zu orientieren und das Design in eine Richtung zu lenken, die der Aufgabenerreichung des Anwenders dient. Des Weiteren können sie später als Storyboard für Evaluationsprototypen wiederverwendet werden.
Zur Realisierung einer benutzergerechten Informationsarchitektur von Webportalen werden häufig empirische
Cardsorting-Methoden eingesetzt. Hierbei organisieren prospektive Anwender Konzepte aus ihrer Sicht. Moderne Verfahren, wie das von ERGOSIGN entwickelte CardSword, sind software-gestützt und erlauben eine effiziente Aggregierung und Visualisierung der Ergebnisse im Rahmen von Clusteranalysen.