Modellbasierte Analysen erlauben die Ableitung quantifizierter Performanzaussagen über das zielorientierte Arbeiten mit einer interaktiven Anwendung. Auf der Grundlage einer modellbasierten Analyse kann die Effizienz eines User Interface durch ein Modell des Benutzers und seines Verhaltens beurteilt werden, ohne tatsächlich Anwender involvieren zu müssen.
Effizienz als EntscheidungsgrundlageBei einer modellbasierten Analyse wird auf der Grundlage eines validierten kognitionspsychologischen Modells menschlicher Denk-, Wahrnehmungs- und Handlungsprozesse der zeitliche Verlauf von Benutzer-System-Interaktionen simuliert.
Ziel einer solchen Analyse ist die Vorhersage des zeitlichen Aufwands für die Abarbeitung einzelner routine-basierter Arbeitsschritte zur Erreichung von Arbeitszielen mit einem gegebenen User Interface. Effizienzbarrieren können so leicht identifiziert und durch ein optimiertes Design beseitigt werden.
Prädiktive Modelle erlauben es, konkrete Effizienzschätzungen bereits für frühe User Interface-Prototypen zu bestimmen und mit alternativen Designvarianten zu vergleichen.
In verschiedenen Projekten der ERGOSIGN wurden modellbasierte Analysen zur Bestimmung des Return On Invest einer potentiellen Überarbeitung von Benutzerschnittstellen eingesetzt. Entscheidungsträger verfügen damit bereits vor der Umsetzung eines User Interface-Konzeptes über belastbare Informationen zu dessen Kosten-Nutzen-Verhältnis.
Wissenschaftliche VerankerungModellbasierte Analysen der ERGOSIGN basieren auf einer adaptierten Fassung des renommierten GOMS-Ansatzes (Goals, Operators, Methods and Selection Rules) und wurden in zahlreichen Projekten durch nachfolgende empirische Ergebnisse bestätigt.
Um den Aufwand für die Durchführung modellbasierter Analysen zu reduzieren, greifen wir auf ein computergestütztes Simulationssystem zurück. Die Technik stellt daher auch eine kosteneffektive Ergänzung unseres analytischen Portfolios dar.