ERGOSIGN Blog

06.08.2008

Web User Experience(s) der Zukunft

Mit Mozilla Labs ist jüngst eine Initiative gestartet, in der jeder - von der renommierten Designfirma bis hin zum Informatikstudenten - aufgerufen wird, mögliche Zukunftsvisionen der Web User Experience zu skizzieren oder gar in Form von Prototypen umzusetzen.

Den Anfang macht dabei das Aurora Konzept von Adaptive Path, der Firma von Jesse James Garret (wohlbekannt durch das Standardwerk “The Elements of User Experience“).

Aurora wird durch vier Konzeptvideos vorgestellt, die jeweils einen konkreten Use Case in den Vordergrund stellen sollen. Dem ersten verfügbaren Video liegt dabei der Austausch zweier Farmer via Web über Wetterprognosen zugrunde.


Aurora (Part 1) from Adaptive Path on Vimeo.

(Video am besten in HD ansehen: “Play” drücken, “HD” Button klicken, auf “Full Screen” zoomen und “Scaling off” schalten)

Um den Content (in diesem Fall die Website der New York Times) gruppieren sich dabei
- am oberen Rand Thumbnails der am häufigsten besuchten Objekte
- am linken Rand Thumbnails der zuletzt besuchten Objekte
- am rechten Rand eine Art Zwischenablage für Objekte und
- am unteren Rand ein Dock für die aktuell offenen respektive verbundenen Objekte.

Neben dieser offensichtlichen Umsortierung bekannter Elemente bietet Aurora auf den ersten Blick auch einige Neuerungen:

Durch einen Knopf (links oben) wird der “Spatial View” geöffnet. Hier werden - ähnlich der Time Machine von Apple - ehemals verbundene Objekte in einem dreidimensionalen zeitlichen Kontext dargestellt: Je älter das Objekt, desto weiter verschwindet es in den Hintergrund. Faszinierend dabei ist die These, dass sich die Objekte - im Zuge des vielzitierten “semantischen Webs”- automatisch zu homogenen Clustern gruppieren. Beim Browsen durch die verbundenen Objekte am unteren Bildschirmrand wird dabei das passende Cluster hervorgehoben.

Aurora trägt außerdem der Entwicklung des Webs hin zu einer vollständigen Trennung von Darstellung und Daten Rechnung. So kann Alan im Video eine benutzereigene Visualisierung (Linengraph) aus der Zwischenablage per Drag&Drop auf eine Tabelle in einer Website ziehen, um die Information personalisiert aufzurufen.

Insgesamt ist das Aurora Konzept - dem ersten Video nach zu beurteilen - eine sehr interessante Studie, auch wenn sich spontan Zweifel an der Effizienz der (ausschließlichen) Bedienung durch das radiale Menü aufdrängen. Vielleicht wird hierauf ja in den folgenden Videos eingegangen, vielleicht ja auch mit Jills Eingabegerät, dem haptischen 3D-Controller Novint Falcon.

Ebenfalls spannend könnte die Integration in die User Experience des restlichen Betriebssystems werden, die hier nur im Hinblick auf Kommunikation und Kollaboration angerissen wurde.

von