ERGOSIGN Blog

20.02.2010

ERGOSIGN Sparks #1: Das Familien-iPad

Anmerkung: Dies ist der erste Teil in einer unregelmäßigen Serie von Blog-Posts, die rudimentäre konzeptuelle Entwürfe von Ideen unserer Designer vorführt. Diese Skizzen kratzen meist nur an der Oberfläche oder beschränken sich auf ein isoliertes Szenario. Man sollte es nicht mit komplett ausgearbeiteten und getesteten Konzepten verwechseln.

Einleitung

Steve Jobs betonte bei der iPad-Ankündigung Apples dezidierten Vorstoß in ein neues drittes Gerätesegment zwischen Smartphone und traditionellem Computer/ Laptop. Erklärter Zielkontext ist dabei - zumindest anfangs - der Heimbereich, in dem primär Content in Form von Webseiten, Fotos, Filmen und Büchern konsumiert wird.

Aus User Interface Designer-Sicht sind dabei vor allem die folgenden Aspekte spannend:

  • Beim iPad bleibt man dem Interaktionsparadigma des iPhones treu: Bis auf den "Home" Button ist das Interface komplett touchbasiert. Die Größe des iPad-Displays bietet nun jedoch ausreichend Platz, dass Controls und Artefakt nicht mehr konkurrieren müssen, wie aktuell bei vielen Spielen auf dem iPhone.
  • Die Verlockung ist gross, den aktuell eher passiven Charakter des iPads auch in aktivere, content-produzierende Szenarien zu lenken, was wiederum durch das reine Touchkonzept interessante Einschränkungen aufwirft. Insbesondere die Einschätzung, ab wann die Touch-Interaktion mit dem Gerät zum Beispiel bei der Text-Eingabe ineffizient und unergonomisch wird, ist dabei erfolgskritisch.
  • Das iPad kann mittelfristig interessante Anwendungsszenarien im Heimbereich integrieren, die bisher - wenn überhaupt - isoliert durch einzelne Devices abgedeckt waren. Ad hoc fallen einem sofort Tasks wie E-Mails-Checken (z.B. bisher erledigt via Smartphone), Web-Browsen (z.B. bisher erledigt via Laptop), eBooks (z.B. bisher erledigt via Kindle) und Medienkonsum (z.B. bisher erledigt via HD-Recorder) etc...

Insgesamt repräsentiert das iPad viel auszuschöpfendes Potential, insbesondere für uns als User Experience Designer, deren graue Gehirnzellen seit Steves Keynote rotieren.

ERGOSIGN Family iPad Scenario Overview

Im Folgenden stellen wir zwei Anwendungsszenarien vor, die den Vorteil eines solchen (integrierenden) Tablets im Heimbereich hervorheben, welches gegebenenfalls sogar von mehreren Familienmitgliedern geteilt werden kann.

(Disclaimer: Natürlich sind wir uns bewusst, dass es bereits vor dem iPad vergleichbare Geräte und Konzepte gab. Nur angesichts der Medienresonanz ist davon auszugehen, dass - genauso wie iPod und iPhone für einen fundamentalen Umbruch im Musik- respektive Smartphone-Business stehen - das iPad das Tablet-Business revolutionieren wird).

Anwendungsfall #1: Personalisiertes Radio für Vater Homer

Bisher schaltete Homer jeden Morgen direkt nach dem Aufstehen sein Radio an, um gute Musik gemischt mit Nachrichten und Wetterbericht zu hören. Doch meistens störte entweder die eher grenzwertige Musikauswahl der Moderatoren oder aber die mangelnde Häufigkeit der Nachrichten.

Mit unseren neuen radio.app kann nun dieses Angebot wesentlich verfeinert werden: Unzählige semantische Verknüpfungen durch freie Künstler-Tags, Nachbarschaften mit Leuten, die einen ähnlichen Geschmack haben sowie individuelle Nachrichten-Intervalle sind nur einige Funktionen.

ERGOSIGN Family iPad 01
ERGOSIGN Family iPad 02
Das Tablet bringt in diesem Szenario neben seiner leichtgewichtigen Portabilität durch die rein touchbasierte Interaktion einen entscheidenden Vorteil mit sich: Das Interface skaliert wunderbar je nach Komplexität des Anwendungskontexts zwischen trivial (Start, Stop) bis hin zur gestenbasierten Navigation durch die Tag-Cloud (Zoom & Pinch). Des Weiteren können diverse Anzeige-Modi durch einfaches Wischen (Swipe) im oberen Bereich ausgetauscht werden.

Anwendungsfall #2: Interaktives Lernen für Tochter Lisa

Lisa findet die statischen Darstellungen in den Physik-Lehrbüchern zu abstrakt, infolgedessen richtig öde, was sich natürlich in den Noten widerspiegelt.

Mit unseren neuen learning.app kann sie nun alle Versuchsaufbauten perspektivisch betrachten, reinzoomen und als Film beliebig schnell ablaufen lassen.

ERGOSIGN Family iPad 03
ERGOSIGN Family iPad 04

Der Vorteil der Gestensteuerung liegt auch in diesem Szenario wieder (buchstäblich) auf der Hand: Neben der Manipulation der Darstellungsperspektive können auch - je nach Auflösungsstufe - unterschiedliche Detailinformationen angezeigt und sogar die Aufbauten in einer Art verändert werden, die der realen Unterrichtssituation entspricht.

Letztlich werden die physikalischen Zusammenhänge durch die natürliche Interaktion für Lisa direkt greifbar und schlüssig. Fehler im Aufbau werden direkt sowohl im Schema als auch in den Formeln durch Live-Simulation angezeigt.

(Autoren: Feli, Holger und Sebastian)
von Feli, Holger und Sebastian